Florenz, Camping und Rockmusik: Firenze Rocks verbindet Festivalstimmung mit ein paar Tagen in einer der schönsten Städte Italiens. Unsere Autorin war bereits zweimal dabei und hat zwei unterschiedliche Campingplätze ausprobiert. Ein persönlicher Erfahrungsbericht über heiße Festivaltage, Florenz am Arno und die Frage, wie man nach dem letzten Gitarrenriff wieder zurück zum Campingplatz kommt.
Wenn Florenz zur Rockhauptstadt wird
Es ist kurz nach Mittag. Die Sonne glitzert auf dem Arno, während ich mit einem Gelato in der Hand durch die engen Gassen von Florenz schlendere. Auf den Piazze sitzen Einheimische und Besucher beim Espresso, Straßenmusiker begleiten das bunte Treiben, und über allem liegt diese unverwechselbare Leichtigkeit eines italienischen Sommertages.
Noch wirkt alles ruhig.
Doch in wenigen Stunden werden Zehntausende Musikfans in dieselbe Richtung unterwegs sein: zum Parco delle Cascine. Dort verwandelt sich das traditionsreiche Parkgelände Jahr für Jahr in die Heimat eines der größten Rockfestivals Europas: Firenze Rocks.
Für mich ist genau diese Kombination das Besondere. Morgens Renaissance, am Nachmittag ein Spaziergang am Arno, ein Aperitivo unter schattigen Platanen und am Abend Gitarrenriffs von Weltstars. Besser lassen sich Städtereise und Festival kaum miteinander verbinden.
Inzwischen war ich bereits zweimal bei Firenze Rocks: 2022 standen Green Day und Weezer auf der Bühne, ein Jahr später The Who. Zwei völlig unterschiedliche Konzertabende und doch beide unvergesslich.
Camping macht Firenze Rocks erst richtig besonders
Viele Festivalbesucher buchen ein Hotel. Ich habe mich bewusst für den Campingplatz entschieden und würde es jederzeit wieder so machen. Mit dem eigenen Campingbus anzureisen bedeutet Freiheit. Kein Zeitdruck, kein Kofferpacken, stattdessen mehrere Tage Florenz genießen und das Festival ganz entspannt in einen Kurzurlaub integrieren.
Gerade weil der Einlass meist erst am Nachmittag beginnt, bleibt genügend Zeit, diese wunderbare Stadt kennenzulernen. Über die Ponte Vecchio schlendern, durch die kleinen Gassen treiben lassen, ein cremiges Pistazieneis genießen oder in den Boboli Gärten etwas Schatten suchen: für mich gehört all das inzwischen genauso zu Firenze Rocks wie das eigentliche Konzert.
Hoch über den Dächern von Florenz: Camping Village Panoramico
Mein erster Aufenthalt führte mich in den kleine Ort Fiesole, nahe Florenz.
Er liegt oberhalb von Florenz und wirkt wie eine eigene Welt. Während unten die Hitze über den Straßen flimmert, ist es hier oben meist angenehm kühl. Schon morgens genießt man vom Camping Village Panoramico einen traumhaften Blick über die Dächer der Stadt bis hinein in die toskanische Landschaft.
Allein dieses Panorama ist die Übernachtung wert.
Der Campingplatz selbst ist ruhig, gepflegt und besitzt ein ausgezeichnetes Restaurant. Nach einem langen Tag in Florenz sitzt man dort entspannt auf der Terrasse und freut sich auf den kommenden Festivalabend.
Mit dem Linienbus gelangten wir bequem hinunter in die Innenstadt. Fahrkarten gibt es ganz unkompliziert in jedem Tabacchi Laden.
Nach dem Konzert zeigte sich allerdings der einzige wirkliche Nachteil. Spät am Abend ist die Rückfahrt nach Fiesole schwierig, und ein Taxi in der Nähe des Festivalgeländes zu finden, ist nahezu unmöglich. Wer hier übernachtet, sollte den Heimweg deshalb unbedingt im Voraus planen.
Zweite Erfahrung: HU Firenze Camping in Town
Beim zweiten Besuch wollte ich genau dieses Problem vermeiden.
Die Wahl fiel auf den HU Firenze Camping in Town und rückblickend war das die perfekte Entscheidung. Der Campingplatz liegt zwar etwas außerhalb des historischen Zentrums, dafür überzeugt er mit allem, was man sich nach einem heißen Festivaltag wünschen kann: großzügige Stellplätze, moderne Sanitäranlagen, komfortable klimatisierte Mietunterkünfte und eine herrliche Poollandschaft mit Poolbar.
Während Florenz in der Sommersonne glüht, springt man hier einfach ins Wasser.
Besonders begeistert hat mich die Lage am Arno. Mit geliehenen E Bikes oder E Scootern fährt man fast immer am Fluss entlang Richtung Innenstadt. Unterwegs legten wir noch einen Stopp in zwei Biergärten ein: genau diese kleinen Momente machen einen Festivaltrip unvergesslich.
Auch nach Konzertende funktionierte die Rückfahrt problemlos. Irgendwo entlang des Arno wartet fast immer ein freies Leihrad. Manchmal muss man ein paar Minuten suchen, doch deutlich entspannter wird man nachts kaum zurück zum Campingplatz kommen.
Deshalb ist der HU Firenze Camping in Town heute meine klare Empfehlung für alle, die Firenze Rocks besuchen möchten.
Ein Spaziergang zum Festival
Der schönste Weg zum Festival beginnt für mich in der Altstadt.
Immer am Arno entlang führt der Weg Richtung Parco delle Cascine. Anfangs begegnet man noch Spaziergängern und Joggern, doch je näher das Festival rückt, desto mehr Bandshirts tauchen auf.
Plötzlich läuft man gemeinsam mit Tausenden Menschen.
Ganz automatisch entsteht dieses Gefühl von Vorfreude, das nur große Festivals auslösen können. Rund um das Gelände warten zahlreiche Foodtrucks und Getränkestände. Hier lohnt sich eine letzte Pause, bevor es in die lange Warteschlange geht.
Sommer, Staub und Rockmusik
Wer Firenze Rocks besucht, sollte sich auf eines einstellen: Hitze.
Das Festivalgelände befindet sich auf dem Ippodromo del Visarno mitten im Parco delle Cascine. Trotz des umliegenden Parks gibt es auf der ehemaligen Trabrennbahn kaum natürlichen Schatten. Die Veranstalter schaffen deshalb kleine Oasen mit Sonnensegeln und Sitzgelegenheiten. Allerdings sind diese Plätze verständlicherweise schnell belegt.
Eine wunderbare Idee ist das Zelt der Feuerwehr, unter dessen Sprühnebel sich die Besucher immer wieder abkühlen können.
Mein persönlicher Lieblingsmoment kommt jedoch kurz vor der Bühne.
Immer wieder laufen Helfer mit Wasserschläuchen am Mittelgang entlang und sprühen Wasser in die Menge. Nach Stunden in der toskanischen Sonne bricht jedes Mal lauter Jubel aus. Für einen kurzen Augenblick denkt niemand mehr an die Hitze.
Geduld gehört dazu
So entspannt Florenz ist, so viel Geduld braucht man beim Einlass.
Wartezeit sollte man auf jeden Fall einplanen. Unbedingt sollte man vorher auf das Ticket schauen. Dort ist genau vermerkt, welchen Eingang man benutzen muss. Die Sicherheitskontrollen sind gründlich und erinnern fast an einen Flughafen.
Welche Gegenstände und Getränke mitgenommen werden dürfen, sollte man vor dem Besuch in den aktuellen Festivalinformationen prüfen. Auch die Bezahlmöglichkeiten auf dem Gelände können sich ändern.
Was Firenze Rocks für mich besonders macht
Natürlich sind es die großen Namen, die Besucher aus ganz Europa nach Florenz locken. Doch ehrlich gesagt sind es nicht nur Green Day, The Who oder Weezer, an die ich mich erinnere.
Es sind die italienischen Familien, die gemeinsam zu den Vorbands tanzen. Die spürbare Lebensfreude, wenn Freunde sich mit einem kühlen Getränk im Schatten zusammensetzen. Die ausgelassene Stimmung, obwohl die Sonne erbarmungslos vom Himmel brennt.
Die Italiener verstehen es einfach zu feiern: laut, herzlich und gleichzeitig erstaunlich gelassen.
Vielleicht ist genau das das Geheimnis von Firenze Rocks.
Kurz & Knapp: Firenze Rocks Camping
Firenze Rocks: Das Festival findet in der Visarno Arena in Florenz statt. Einlass, Zugänge, erlaubte Gegenstände und weitere organisatorische Regeln können sich von Jahr zu Jahr ändern. Vor dem Festivalbesuch deshalb die aktuellen Informationen des Veranstalters prüfen.
Camping Village Panoramico Fiesole: Der Campingplatz liegt oberhalb von Florenz in Fiesole und bietet Stellplätze sowie verschiedene Unterkünfte. Besonders charakteristisch ist der Blick über Florenz. Wer Firenze Rocks besucht, sollte die Rückfahrt nach dem Konzert im Voraus planen.
HU Firenze Camping in Town: Die Anlage liegt außerhalb des historischen Zentrums von Florenz und bietet Stellplätze, verschiedene Unterkünfte sowie einen Poolbereich. Vom Campingplatz sind es laut Betreiber rund drei Kilometer bis ins Zentrum von Florenz.
Für die Planung: Verkehrsverbindungen, Zufahrtsregeln der Campingplätze sowie die Einlassbestimmungen von Firenze Rocks bitte unmittelbar vor der Reise aktuell prüfen.





