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Bologna entdecken: Die Stadt der Arkaden, Genüsse und Geschichten

von Gerti Rösler

Bologna, die Hauptstadt der Emilia-Romagna, verzaubert mit einer Mischung aus Geschichte, Kultur und unvergesslicher Kulinarik. Die Stadt der 38 Kilometer langen Arkaden, die den Besucher durch die Jahrhunderte begleiten, ist ein ideales Ziel für alle, die Italien von seiner authentischen Seite erleben möchten.

Ein Spaziergang durch die Geschichte: Piazza Maggiore und mehr

Der erste Schritt in Bolognas historischem Zentrum führt oft zur Piazza Maggiore, dem Herzstück der Stadt. Hier thront die Basilika di San Petronio, eine der größten Kirchen der Welt, deren Fassade bis heute unvollendet geblieben ist – ein Detail, das viele überrascht. Einer alten Anekdote nach fehlte schlicht das Geld, weil die Bologneser mehr Wert auf gutes Essen als auf Prestige legten. Ob das stimmt? Zumindest passt es zur kulinarischen Seele dieser Stadt.

Direkt um die Ecke befindet sich der Neptunbrunnen, der im 16. Jahrhundert für Aufsehen sorgte. Damals galt die Statue als etwas zu freizügig. Der Künstler Giambologna verteidigte sich jedoch mit einem Trick: Betrachtet man den Brunnen aus einem bestimmten Winkel, scheint Neptuns ausgestreckter Daumen wie ein weiteres Körperteil – ein Augenzwinkern, das man heute noch ausprobieren kann.

Die Arkaden: Schutz, Geschichte und ein Weltrekord

Bologna ohne Arkaden wäre wie Venedig ohne Kanäle. Sie erstrecken sich über die gesamte Stadt und sind nicht nur wunderschön, sondern auch praktisch – sie schützen vor Regen und Sonne und laden zum Flanieren ein. Die berühmteste von ihnen, die Portico di San Luca, führt auf 666 Bögen hinauf zur Wallfahrtskirche Madonna di San Luca. Der Aufstieg mag anstrengend sein, doch der Ausblick über die Stadt und die sanften Hügel der Emilia-Romagna entschädigt für jede Mühe.

Eine kleine Kuriosität: Viele Bologneser erzählen, dass der Bau der Arkaden einst aus Platzmangel in den Wohnungen entstand. Um mehr Wohnraum zu schaffen, verlängerte man die Gebäude nach außen und stützte sie mit Säulen ab. Ob Legende oder Wahrheit – die Arkaden machen Bologna einzigartig.

Kulinarik vom Feinsten: Tortellini und die Liebe zum Genuss

Bologna ist das kulinarische Herz Italiens, und das merkt man an jeder Ecke. Im lebendigen Quadrilatero-Viertel duftet es nach frischem Brot, Käse und Mortadella. In einer kleinen Trattoria probierte einst ein Gast Tortellini zum ersten Mal und verglich ihre Form mit dem Bauchnabel der Venus. Heute gelten sie als Symbol der Stadt und schmecken in einer Brühe oder mit Sahnesoße einfach himmlisch.

Ein Highlight für Gourmets ist die Salumeria Simoni. Dort erzählt man, dass die Mortadella in Bologna seit Jahrhunderten nach einem Geheimrezept gewürzt wird – eine Mischung, die perfekt zum knusprigen Brot der Region passt. Probieren sollte man auch unbedingt ein Glas Lambrusco, der perlende Rotwein wird in Bologna traditionell gekühlt serviert.

Geheimnisse der Stadt: Das kleine Venedig und versteckte Kanäle

Bologna hat auch seine versteckten Ecken. Ein unscheinbares Fenster in der Via Piella gewährt einen Blick auf das alte Kanalsystem, das einst die Industrialisierung der Stadt antrieb. Die Wasserstraßen wurden später fast vollständig überbaut, doch dieses kleine "Fenster nach Venedig" gibt einen Hauch davon preis, wie wichtig die Kanäle für Bologna waren.

Eine Anekdote besagt, dass man früher durch die Kanäle Mehl und andere Waren transportierte, um die berühmte Pasta der Stadt herzustellen. Heute ist dieser Teil der Geschichte fast vergessen – doch wer die Augen offenhält, findet immer wieder Spuren davon.

Bologna aus der Vogelperspektive: Ein atemberaubender Ausblick

Kein Besuch in Bologna ist komplett ohne einen Blick von oben. Der Torre degli Asinelli, einer der beiden schiefen Türme der Stadt, bietet eine spektakuläre Aussicht über die roten Dächer. Der Aufstieg ist nichts für schwache Nerven, doch der Panoramablick entschädigt für die 498 Stufen.

Ein kleiner Tipp: Es heißt, Studenten sollten den Turm erst nach ihrem Abschluss erklimmen – sonst, so der Aberglaube, würde ihr Studium niemals beendet. Auch wenn man nicht abergläubisch ist, macht diese Geschichte den Turmaufstieg umso spannender.

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Bologna entdecken: Die Stadt der Arkaden, Genüsse und Geschichten | Fotos: © Gerti Rösler

Fazit: Bologna, eine Stadt voller Leben und Charme

Ob beim Flanieren durch die Arkaden, beim Genießen lokaler Spezialitäten oder beim Entdecken versteckter Ecken – Bologna ist eine Stadt, die mit jedem Besuch neue Geschichten erzählt. Es ist der perfekte Ort für alle, die das authentische Italien erleben möchten, abseits der großen Touristenströme.

Gerti Rösler, Januar 2025

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