Maddalena Frisi hat den Kopf einer strukturierten Schwäbin und das Herz einer Süditalienerin. Seit über 20 Jahren lebt sie in der Basilikata - und hat sich dort ein Business aufgebaut, das weit über Landesgrenzen funktioniert: Kaltakquise für kleine und mittlere Unternehmen, per Telefon, von einem Ort aus, den viele nicht auf der Karte hätten.
In diesem Gespräch geht es um Selbstständigkeit in Italien, kulturelle Stolpersteine und die Frage, wie Vertrieb funktionieren kann, ohne laut zu werden.
Die Podcast-Folge in Worten
Ciao Maddalena – wenn wir uns jetzt wirklich auf einen Cafè treffen würden: Wer wärst du in diesem Moment?
Maddalena: Mh, eine lebensfreudige Businessfrau mit schwäbischem Kopf und italienischer Herzlichkeit – ich denke, das trifft es ganz gut. Und damit will ich nicht sagen, dass Schwaben nicht herzlich sind! Ganz im Gegenteil. ?
Was liebst du an deiner Arbeit am meisten – und was hat dich dazu gebracht, genau das zu tun?
Maddalena: Ich bin Expertin in der sogenannten „gefürchteten“ Kaltakquise – und ich liebe genau das! Der direkte Kontakt zu Menschen begeistert mich. Ich lerne gerne Neues, höre zu, erkenne Bedürfnisse – und bringe Menschen miteinander ins Gespräch. Das gibt mir Energie.
Zwischen Bürokratie, Gelassenheit und ganz viel „ci penso domani“
Wie kam Italien in dein Leben – und warum bist du beruflich dort „gelandet“?
Maddalena: Mein Vater ist Italiener, meine Mama hat Südtiroler Wurzeln, ist aber in Baden-Württemberg aufgewachsen. Irgendwann haben meine Eltern ein Haus in Italien gebaut – und sind dann ganz dorthin gezogen. So kam es, dass ich nun schon über 20 Jahre in der Basilikata lebe.
Zum Glück ist mein Business ortsunabhängig. Ich akquiriere Neukunden für KMU in verschiedensten Branchen – das geht per Telefon, egal wo ich sitze. Und durch Covid wurde das Homeoffice-Modell sowieso zur Normalität. Ich war bereit.
Gab’s einen Moment, wo du dachtest: „Oh Mann – das wird nie was!“?
Maddalena: Oh ja – vor allem bei bürokratischen Themen. In Deutschland macht man vieles selbst. In Italien habe ich gelernt, Dinge abzugeben. Ein guter Consulente ist Gold wert! Seitdem habe ich mehr Zeit für mein Business – und weniger Stress.
Was hat dich in Italien am meisten überrascht – beruflich oder menschlich?
Maddalena: Ganz klar: die Rassegnazione – dieses „Kann man nichts machen“-Gefühl. Oder die berühmten Versprechen à la „Ich ruf’ dich morgen an“. Nur: Welches Morgen ist gemeint?? Das war für meinen schwäbischen Pragmatismus eine echte Herausforderung.
Was hättest du gerne vorher gewusst?
Maddalena: Dass Bürokratie ein Geduldsspiel ist. Ob Mietvertrag, Anmeldung oder Arzttermin – nimm dir Zeit und atme tief durch. Und: Ohne Italienisch geht’s nicht. Ein paar Grundbegriffe öffnen Türen und Herzen. Das macht vieles einfacher.
Wenn Kaltakquise zur Herzenssache wird
Du gehst mit einem Thema raus, bei dem viele innerlich zusammenzucken: telefonische Kaltakquise. Wie bist du dazu gekommen – und was reizt dich daran?
Maddalena: Vertrieb und Verkauf haben mich schon immer fasziniert. Ich liebe es, Menschen zu verbinden, Vertrauen aufzubauen, Netzwerke zu schaffen. Kundenakquise ist für mich kein Klinkenputzen – sondern das Fundament jedes Unternehmens.
Was braucht es für ein gutes Akquise-Gespräch – besonders in Italien?
Maddalena: Vorbereitung ist alles – in Italien wie in Deutschland. Man sollte authentisch sein, zuhören, auf den Punkt kommen. Und ganz wichtig: Den Mehrwert klarmachen. Was hat mein Gegenüber davon? Dann entsteht ein echter Dialog.
Wie hast du dir deine ersten Kunden aufgebaut – und was hat wirklich funktioniert?
Maddalena: Mein erster Kunde kam über einen Post in einer Facebook-Gruppe – mit dem arbeite ich bis heute zusammen. Das zeigt: Online-Präsenz ist das A und O. Wer sichtbar ist, wird gefunden.
Zweisprachigkeit – Fluch, Segen oder beides?
Maddalena: Ich sag’s mal so: Ich arbeite auf Deutsch, Italienisch – und ein bisschen Schwäbisch. Ich musste hier in Italien erstmal richtig Italienisch lernen, aber das war es wert. Zwei Kulturen zu leben, ist ein Geschenk. Kein Fluch – ein Segen!
Dein persönlicher Avanti BUSINESS Tipp?
Maddalena: Lerne, das Tempo zu lieben – nicht zu bekämpfen. In Italien geht vieles langsamer, dafür mit mehr Herz. Wenn man aufhört, dagegen anzukämpfen, passiert etwas Schönes. Ich nenne es: La magia del ritmo lento.
Vernetzt & unterstützt – auch digital
Wie hat dir die Piazza geholfen, sichtbarer zu werden – oder dich verbunden zu fühlen?
Maddalena: Ich war von Anfang an dabei – und habe sofort gespürt: Das hier ist mehr als eine Plattform. Es ist eine Community aus kompetenten, offenen Menschen. Die Piazza bietet Sichtbarkeit, Austausch, Support. Wer sein Business in Italien aufbauen will, ist hier genau richtig. Für mich ist sie die schönste digitale Vitrine, die es gibt.
Und zum Schluss: Was ist typisch deutsch – und was ganz italienisch?
Maddalena: Ich bin überpünktlich – das ist in Italien nicht immer ein Vorteil.
Aber meine Offenheit im Umgang mit Menschen, das spontane Drauflosreden – das ist eindeutig süditalienisches Blut.
Ci prendiamo un caffè con Maddalena Frisi
Maddalena Frisi zeigt auf erfrischende Weise, dass Selbstständigkeit in Italien eine Herausforderung sein kann – aber auch eine große Chance. Mit Klarheit, Herz und Humor hat sie sich ein Business aufgebaut, das weit über Landesgrenzen hinaus funktioniert. Und dabei macht sie Mut: für Struktur, für Vertrauen – und für ein bisschen mehr Leichtigkeit im Vertrieb.
Mehr über Maddalena und ihre Arbeit findest du auf der Piazza.
Und unter https://fm-akquise.com/



